Fiat Punto Evo: Der Nachfolger vom Grande kommt

Mit dem Punto hat Fiat ein guten Griff getan, besonders was den bisherigen Grande angeht. Nach sieben Millionen Verkäufen kommt am 24. Oktober der Nachfolger und setzt mit neuer Außenhaut und einem fast schon revolutionären Motorenkonzept starke Akzente in der Viermeterklasse.

Bettina Buck (bbs)

Mit der Kurzform „Evo“ (Evolution) sollen die technologischen Neuerungen unterstrichen werden, die unter der Haube stecken. Tatsächlich hat Fiat tief in die Trickkiste gegriffen und führt bei zwei Benzinmotoren des Modells die elektrohydraulische Ventilsteuerung „Multiair“ ein. Was sich nach einem auf dem Stand der Technik erhältlichen Nockenwellenverstellsystem anhört ist in Wirklichkeit viel mehr. Fiat geht hier einen riesigen Schritt weiter und lässt die Einlassnockenwelle und Drosselklappe komplett weg. Die Funktion wird ersetzt durch eine Hydraulik, die sämtliche Einlassventile nach Bedarf öffnen und schließen lässt. Dadurch sind gegenüber Benzinmotoren mit gleichem Hubraum eine Zunahme der Leistung von bis zu 10 Prozent und des Drehmoments von bis zu 15 Prozent möglich. Gleichzeitig senken sich Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen um bis zu zehn, Feinstaub bis zu 40 und NOx um bis zu 60 Prozent.

Beim Punto Evo wird es zunächst zwei Ausbaustufen dieser Technologie mit 1,4 Litern Hubraum geben. Einen Sauger mit 77 kW/105 PS, die andere mit 99 kW/135 PS und Turboaufladung. Der Verbrauch wird beim stärkeren Motor mit 5,6 Litern auf 100 Kilometern angegeben, während der schwächere 5,7 Liter verbrauchen soll. Starke Motoren, die sich beide die Euro 5-Abgasnorm verdienen. Fiat kombiniert die zwei zudem mit Start-Stopp-Automatik.

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Optimiert haben die Ingenieure auch die Turbodiesel-Generation des Multijet. Dank höherem Einspritzdruck schafft der in Euro-5 eingestufte Selbstzünder je nach Auslegung nun 75 PS oder 95 PS. Der kleine Diesel soll mit 4,1 Liter im EU-Zyklus auskommen. Die von uns gefahrene 95 PS-Variante ist eine ordentliche Motorisierung, die für die meisten Fälle ausreicht. Ein 120 PS-Selbstzünder ergänzt die Dieselriege, die mit Partikelfilter ausgestattet ist.

Aber nicht nur unter der Haube gibt es Neues zu berichten, auch äußerlich und im Innenraum hat sich was getan. Das sportlich, exklusive Gesicht der Frontmaske, das leicht einem Maserati ähnelte, ist nun leider verschwunden. Dafür schaut der neue Punto Evo wie ein hübscher japanischer Koifisch aus seinen verträumten Scheinwerferaugen. Auch die Heckansicht änderte sich bei den Rückleuchten und am Stoßfänger.

Innen zeigt sich der Italiener modern und aufgeräumt. Alles liegt in greifbarer Nähe und funktioniert gut. Qualitativ erreicht der Punto noch nicht einen VW Polo, aber das Gebotene kann sich sehen lassen. Auch die Fahreigenschaften lassen keine Kritik zu. Sportlich leicht und mit direkter Lenkung lässt er sich durch die Kurven zirkeln und dank serienmäßigem ESP und Berganfahrhilfe stehen Helferlein zur Verfügung, die das Fahren sicherer machen.

Die Grundausstattung „Active“ kostet mit 1,2 Liter-Benzinmotor (65 PS) 11550 Euro als Dreitürer und enthält neben sieben Airbags, eine Zentralverriegelung (ohne Fernbedienung), elektrische Fensterheber vorne und elektrisch verstellbare Außenspiegel. Extras, wie geteilt umlegbare Rücksitzbank (180 Euro), Klimaanlage (1150 Euro) oder Radiosystem (580 Euro) sind aufpreispflichtig. Unsere Wahl ist die „Dynamic“-Variante, die alle aufgezählten Extras serienmäßig an Bord hat und ab 13000 Euro als Dreitürer und ab 13 800 Euro als Fünftürer zu haben ist. Man spart 620 Euro und hat auch eine Funkfernbedienung dabei.

Für sportliche Naturen rückt Fiat ab 14750 Euro die „Racing“ und ab 18050 Euro die „Sport“-Modelle raus. Hier warten dynamische Front- und Heckspoiler, abgedunkelte Scheinwerfergläser, Leichtmetallfelgen und Multifunktions-Lederlenkrad auf die schnelle Kundschaft.

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zuletzt aktualisiert am 21.09.2020 

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