Standheizung oder elektrische Vorwärmer fürs Auto

Komfort statt Kälte

Wer im Winter ein mollig warmes Auto möchte kann sich komfortabel helfen lassen. Entweder mit einer Standheizung oder einem elektrischen Vorwärmer.
Von Ingo Buck

Von Eis und Schnee befreite Scheiben und ein warmer Innenraum machen das Autofahren im Winter einfach angenehmer. Mit vorgeheiztem Motor springt der Wagen leichter an, was die Batterie schont. Ist der Motor schneller warm, verbraucht er weniger Kraftstoff und ist umweltfreundlicher, da der Katalysator früher aktiviert wird. All das können Standheizungen. Ein Segen für alle jene, die eine besitzen, denn sie ist nicht gerade billig zu haben. Mit einer Standheizung kann man am Komfortabelsten sein Fahrzeug im Winter eisfrei und warm bekommen. Darüber hinaus braucht sie keine Steckdose – erhält ihren Kraftstoff aus dem Autotank – und lässt sich mit einer Fernbedienung oder Zeitschaltuhr zur richtigen Zeit starten. Allerdings hat dieser Komfortgewinn seinen Preis: Knapp 1000 Euro werden inklusive Einbau dafür fällig. Ein Luxus, den sich nicht jeder leisten kann. Zudem sind Geräte mit hohem Abgasausstoß für kleine Garagen ungeeignet.
 
Günstiger mit Strom

Zum Glück gibt es Alternativen in Form von elektrischen Vorwärmern. Man muss nur eine Steckdose in der Nähe haben. Diese Wärmesysteme beziehen ihre Energie aus einer 220-Volt-Steckdose. Beheizt werden nur einzelne Fahrzeugbereiche wie der Motorblock, das Wischwasser, der Fahrzeuginnenraum oder die Sitze. So kommt man komfortabel durch die kalte Jahreszeit. Geprüfte Motorvorwärm-Systeme gibt es zum Beispiel von Calix (www.seehase.de), die je nach Automodell ab 134 Euro zuzüglich Einbau kosten. Fließt Strom von der Steckdose, erhitzt sich das Motor-Kühlwasser auf etwa 30 bis 40 Grad Celsius über der Aussentemperatur. Ein zusätzlicher zweistufiger Standlüfter (600/1400 Watt) mit Kabelbausatz und 220 Volt-Steckdose ist ab 190 Euro erhältlich. Dann wird auch der Innenraum mit warmer Luft umströmt.
Etwas preiswerter ist das Defa WarmUp Komfort Plus von Waeco (www.waeco.de). Das System besteht aus Motorvorwärmung und 1400 Watt-Heizlüfter mit Click-in-Befestigung. Der Komplettpreis dieser Anlage mit Kabelsatz beträgt ab 286 Euro. Der Einbau ist für handwerklich geschickte Hände innerhalb von zwei Stunden erledigt. Auch flott eingebaut ist der Wischwassererhitzer Hot Shot von Webasto (www.webasto.de). Das Element wird an die Autobatterie angeschlossen. Aktiviert man den Schaltknopf des 170-Euro-Geräts, erhitzt sich das benötigte Spritzwasser innerhalb von 45 Sekunden auf 65 Grad Celsius. Als Nachrüstlösung für Sitzheizungen gibt es ebenfalls von Waeco Heizungsmatten für Fahrer- und Beifahrerseite und deren Rückenlehnen für 98 Euro. Die Temperatur der Auto-Batterie-betriebenen Nachrüst-Kits für Sitze kann per Schalter reguliert werden.
Im Vergleich zu Standheizungen können die Einschalt- und Heizzeiten bei elektrischen Vorwärmern nicht programmiert werden. Hilfreich ist da ein Steckdosenvorsatzgerät mit Funkfernbedienung, das im Baumarkt ab etwa 20 Euro erhältlich ist. Um richtig heiß zu laufen, brauchen elektrische Vorwärmer eine gute Stunde. Bei minus fünf Grad Celsius Außentemperatur sind sogar eineinhalb Stunden nötig.
Untersuchen haben übrigens ergeben, dass ein vorgewärmter Motor, verglichen mit einem Motor der kalt gestartet wird, 0,1 bis 0,5 Liter weniger Kraftstoff verbraucht. Die Abgase können in der Warmlaufphase sogar um 60 bis 80 Prozent reduziert werden. Motorvorwärmung wird meist mit Winter und kaltem Wetter in Verbindung gebracht. Nur wenige Leute wissen jedoch, dass ein Motor schon unterhalb von plus 10 Grad Celsius als „kalt“ anzusehen ist und dass ein Fahrzeug mit kaltem Motor während der ersten Kilometer die gleiche Menge an Abgasen produziert wie ein Fahrzeug mit warmen Motor auf einer Strecke von etwa 400 km!
Das Kaltstart-Problem existiert also nicht nur im Winter. Fast das ganze Jahr über ist ein Einsatz sinnvoll.
Elektrische Vorwärmsysteme sind eine preiswerte Alternative zu Standheizungen. Allerdings benötigt man immer eine Steckdose in der Nähe des Autos.

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zuletzt aktualisiert am 02.12.2020 

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